50 Jahre BAUER-Drehbohrgeräte: Innovation mit Fundament
- 1976: Entwicklung, Konstruktion und Herstellung der BG 7
- Heute: Digitalisierung und Energieeffizienz im Fokus
- Neue BG 50: gleiches Einsatzgewicht wie BG 45, mehr Leistung
- B-Tronic 5: Maschinensteuerung der neuesten Generation
Schrobenhausen – Es gibt Erfindungen, die nicht nur Probleme lösen, sondern ganze Branchen verändern. Im Jahr 1976 legte BAUER mit der BG 7 den Grundstein für eine Entwicklung, die den Spezialtiefbau nachhaltig prägen sollte. Ausgangspunkt war eine praktische Herausforderung: Die damals verfügbaren Bohrgeräte konnten den steigenden Anforderungen auf den Baustellen nicht mehr gerecht werden. Für Dr. Karlheinz Bauer, der damals das Familienunternehmen in sechster Generation führte, war klar: „Dann bauen wir selbst.“
Innerhalb weniger Monate entstand ein speziell auf das Pfahlbohren ausgelegtes Gerät mit robustem Mast, massiver Kellystange, leistungsstarker Hydraulik und innovativem Zylindervorschub. Die Bohrleistung stieg deutlich: Während zuvor oft nur zwei Pfähle pro Woche hergestellt werden konnten, erreichte die BG 7 bereits mehrere Pfähle pro Tag. Eine dreifach teleskopierbare Kellystange ermöglichte Bohrtiefen bis 18 m und Bohrdurchmesser vom maximal 1.500 mm.
Vom Eigenbedarf zur eigenen Produktlinie
Ursprünglich ausschließlich für den Eigenbedarf entwickelt, stießen die BAUER-Bohrgeräte schnell auch am Markt auf großes Interesse. Auf die BG 7 folgten weitere Modelle wie die BG 11 und die BG 22. 1989 stellte BAUER auf der bauma in München die BG 30 vor. Mit einem maximalen Drehmoment von 367 kNm, einem Vorschub von 350 kNm und Bohrdurchmessern bis 2.000 mm gehörte sie damals zu den leistungsstärksten Geräten ihrer Klasse. Heute umfasst das Portfolio der BAUER-Drehbohrgeräte unterschiedlicher Leistungsklassen, von der kompakten BG 15 H mit nach hinten umklappbarem Mast über die elektrisch betriebene eBG 33 bis zur BG 55 mit Drehmomentverstärker BTM 720 für verrohrte Bohrungen in großen Tiefen und Durchmessern. Auf der bauma 2025 präsentierte BAUER den neuen BTM 600 Drehmomentverstärker für Anwendungen mit verrohrtem Endlosschneckenpfahl (CCFA).
In fünf Jahrzehnten hat sich also eine Menge getan. „Zu Beginn funktionierte in den Drehbohrgeräten alles rein hydraulisch, ein paar Hebel, ein paar Manometer, mehr nicht“, sagt Johann Kraxenberger, Leiter der Produktlinie Drehbohrgeräte in der BAUER Maschinen GmbH. „Heute arbeiten wir mit digitalen Schnittstellen, elektrischen Joysticks und Live-Daten. Die Technik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert.“
Effizienz und Ressourcenschonung im Fokus
Neben Digitalisierung gewinnen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bei Baumaschinen weiter an Bedeutung. BAUER setzt dabei seit Jahren auf die Energy-Efficient-Power-Technologie (EEP). Sie verbessert unter anderem den Gesamtwirkungsgrad, nutzt Energierückgewinnung und optimiert Nebenverbraucher. „Dank EEP sinkt der Kraftstoffverbrauch unserer Drehbohrgeräte um bis zu 20 % – ein echter Vorteil für Umwelt und Kunden“, betont Johann Kraxenberger. Ergänzt wird dies durch zahlreiche Assistenzsysteme wie Stability Plus, den adaptiven Kelly-Einfahrassistenten oder den Speed Limiter der Kellywinde für kritische Böden. Sie tragen dazu bei, dass die Maschinen effizienter, sicherer sowie geräte- und ressourcenschonender arbeiten.
Neue BG 50 erweitert die V-Geräteklasse
In diesem Frühjahr stellte die BAUER Maschinen GmbH schließlich die neue BG 50 als Nachfolgemodell der bewährten BG 45 vor. Das Gerät auf dem neuen Träger BAUER BT 145 (ausgestattet mit der in allen BT-Trägern integrierten Serviceplattform) bietet spürbare Vorteile in Bezug auf Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit auf der Baustelle. Zu den wesentlichen Neuerungen zählen ein erhöhtes Drehmoment, eine gesteigerte Bohrleistung sowie Verbesserungen bei Mobilisierung und Handling. Konkret wurde die Single-Pass-Bohrtiefe um 7 % erhöht, die Hauptwindenzugkraft um 11 %. Mit ihren 470 kW bietet die BG 50 zudem rund 8 % mehr Leistung als das Vorgängermodell. „Das Ergebnis ist ein echtes Kraftpaket, das auch bei anspruchsvollsten Bohrarbeiten überzeugt“, so Johann Kraxenberger weiter.
Gleiches Einsatzgewicht, mehr Leistung
Der verlängerte Mast ermöglicht das Aufstellen des Geräts ohne zusätzlichen Hilfskran. Dies führt zu einer deutlich vereinfachten Mobilisierung und Demobilisierung, sinkenden Logistik- und Rüstkosten sowie einem geringeren Platzbedarf auf der Baustelle (ein zunehmend wichtiger Faktor bei innerstädtischen oder beengten Verhältnissen). Besonders bemerkenswert ist dabei, dass das Einsatzgewicht trotz der signifikanten Leistungssteigerung gegenüber der BG 45 nahezu unverändert geblieben ist.
Maschinensteuerung der neuesten Generation
Mit der B-Tronic 5 ist die BG 50 mit einer modernen und intuitiven Benutzeroberfläche ausgestattet. Individuell durch den Bediener anpassbar, stellt sie alle relevanten Maschinen- und Prozessdaten übersichtlich dar und unterstützt ein sicheres und effizientes Arbeiten. Integrierte Hilfestellungen assistieren direkt während des Betriebs.
Feldtests unter Realbedingungen
Bevor die BG 50 ihren Weg zum Kunden findet, durchläuft sie am Produktionsstandort in Aresing bis Jahresende noch ein umfangreiches Erprobungs- und Testprogramm unter realen Baustellenbedingungen, in dem Leistung, Zuverlässigkeit und Sicherheit auf Herz und Nieren geprüft werden. Die Serienfertigung ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Enge Verzahnung von Baustellenpraxis und Maschinenbau
Für BAUER ist die Nähe zur Baustelle weit mehr als ein Erfolgsfaktor. „Die enge Zusammenarbeit zwischen Baustelle und Maschinenbau ist einzigartig. Sie ermöglicht es uns, Entwicklungen konsequent an den realen Anforderungen unserer Kunden auszurichten und Innovationen deutlich schneller in die Praxis zu bringen“, betont Johann Kraxenberger. Dabei greifen die Kompetenzen innerhalb der BAUER Gruppe nahtlos ineinander: Die Erfahrungen aus den Baustellenprojekten fließen direkt in die Entwicklung neuer Maschinen ein. Gleichzeitig arbeiten die Bereiche Geräteentwicklung, Bohrwerkzeugentwicklung und Verfahrensbetreuung Hand in Hand. „Zusammen bilden wir ein unschlagbares Team“, fasst Johann Kraxenberger zusammen. „Diese einzigartige Bündelung von Erfahrung und Kompetenz ermöglicht es uns, den Spezialtiefbau immer wieder neu zu denken und entscheidend voranzubringen. So stehen auch 50 Jahre nach der BG 7 BAUER-Drehbohrgeräte für technische Spitzenleistungen, höchste Zuverlässigkeit und kontinuierlichen Fortschritt im Spezialtiefbau.“
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