Schrobenhausener Tage 2026
Den Baugrund verbessern – die Unsicherheit umarmen
- Rund 350 Spezialtiefbau-Experten treffen sich bei den „Schrobenhausener Tagen“ zum Austausch über Projekte und Zukunft der Branche
- Leitthema betont komplexe Baugrundverhältnisse sowie den Umgang mit Risiken, Nachhaltigkeit und Sicherheit
- Praxisberichte reichen von regionalen Projekten in Bayern bis zu internationalen Infrastrukturvorhaben
- Digitale Planung, Risikomanagement und innovative Verfahren stehen im Fokus der Fachvorträge
Schrobenhausen – Wenn sich rund 350 Spezialtiefbau-Experten treffen, geht es um mehr als Projekte: Es geht um den offenen Austausch über Lösungen, Herausforderungen und die Zukunft der Branche. Auch 2026 setzte die BAUER Spezialtiefbau GmbH diese Tradition fort und lud Ende April zu den „Schrobenhausener Tagen“ ein.
Die Gäste aus dem In- und Ausland erlebten einen Tag voller Praxisberichte, internationaler Perspektiven und fachlicher Diskussionen. Unter dem Leitthema „Den Baugrund verbessern – die Unsicherheit umarmen“ rückte die Veranstaltung jene Aspekte in den Vordergrund, die den Spezialtiefbau heute prägen: komplexe Baugrundverhältnisse, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Sicherheit sowie den professionellen Umgang mit Risiken und Ungewissheiten. Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Harald Heinzelmann führte Geschäftsleiter Dr. Karsten Beckhaus in das Tagesprogramm ein. Die Vorträge spannten einen Bogen von regionalen Projekten über internationale Baustellen bis hin zu grundsätzlichen Fragestellungen rund um Entscheidungsfindung und Risikomanagement.
Von Bayern…
Den Auftakt in den Themenblock „Von Bayern“ mit praxisnahen Projekteinblicken machte Dietmar Seitz, Geschäftsleiter Bauer Spezialtiefbau. Dr. Andreas Bauer, Leiter Stauanlagenmanagement bei Uniper Kraftwerke GmbH, zeigte anhand eines Beispiels aus der Gemeinde Happurg nahe Nürnberg die nachhaltige Sanierung eines Oberbeckens. Wie digitale 3D‑Planung und präzise Ausführung ineinandergreifen, um Injektionen im laufenden Betrieb zu ermöglichen, erläuterten Projektleiter Andreas Twrznik und Statikerin Nadine Reisner, beide Bauer Spezialtiefbau, am Beispiel der Schleuse Hessigheim.
Ein weiteres Highlight war die Vorstellung einer Kombination aus Baugrundverbesserung und Trinkwasserschutz durch Bauer-Bauleiter Malte Truschkowski, der das Vorhaben „Bahntrasse in Eschborn“ präsentierte. Den Blick auf das große Ganze richteten Project Director Niklas Haag und Digitalisierungsmanager Jonas Gottwald, beide Bauer Spezialtiefbau, mit Einblicken in das Risikomanagement von Großprojekten durch datenbasiertes Arbeiten.
In der Mittagspause nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch. Auch im Außenbereich, wo die Geräte der BAUER Maschinen GmbH von der kurz vorher zu Ende gegangenen Hausausstellung zu sehen waren, bot sich Raum für vertiefende Gespräche sowie Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Lösungen aus der BAUER Gruppe.
…in die Welt
Im anschließenden Programmpunkt „In die Welt“ rückten internationale Projekte und Entscheidungsprozesse in den Fokus. Jason Redgers, Leiter Internationale Bodenverbesserung bei Bauer, und Eleonora Di Mario, Leiterin Design in der BAUER International FZE, zeigten auf, wie bei anspruchsvollen Infrastrukturvorhaben auch unter hohem Zeitdruck fundierte Entscheidungen getroffen werden.
Wie sich komplexer und inhomogener Baugrund nachhaltig stabilisieren lässt, erläuterten Basil Ogunmakin und David Stone, beide von Coffey Geotechnics Limited, und Steve Owen, Projektleiter in der BAUER Technologies Limited. Cyril Sleiman von der BAUER Foundation Corp. aus den USA ergänzte den Block mit einem methodischen Blick auf die Einsatzgrenzen und -möglichkeiten besonderer Bodenmischverfahren im Spezialtiefbau.
Die Unsicherheit umarmen
Der Themenblock „Die Unsicherheit umarmen“ widmete sich den verschiedenen Facetten des Umgangs mit Ungewissheiten. Prof. Paulus von der Parahyangan Catholic University in Indonesien zeigte anhand von Erdrutschereignissen, wie „unerwartete Überraschungen“ in der Geotechnik als planungsrelevante Konstanten verstanden werden müssen. Einen strukturellen Blick auf das Thema richteten Dr. Jörg Zimbelmann, Teamleiter Geotechnik in der BAUER Spezialtiefbau GmbH, und Dr. Karsten Beckhaus. Sie legten dar, wie harmonisierte Ausführungsnormen ein gemeinsames Verständnis zwischen allen Projektbeteiligten fördern. Ergänzend thematisierte Félix Paul, Leiter Risk and Contract Management bei Bauer, die Bedeutung eines fairen und transparenten Umgangs mit Unsicherheiten in der Vertragsgestaltung. Einen bewusst interdisziplinären Akzent setzte schließlich Prof. Manfred Spitzer, Neurowissenschaftler und Psychiater. Er ging der Frage nach, wie Unsicherheit wirkt und welche Strategien helfen, konstruktiv mit ihr umzugehen.
„Gerade im Spezialtiefbau ist Unsicherheit kein Ausnahmezustand, sondern Teil unseres Alltags. Entscheidend ist, sie früh zu erkennen, offen zu adressieren und mit Kompetenz sowie Erfahrung in tragfähige Lösungen zu übersetzen“, betonte Harald Heinzelmann.
Beim abschließenden bayerischen Abend wurde der fachliche Austausch in informeller Atmosphäre fortgesetzt. Für die musikalische und stimmungsvolle Begleitung sorgte die Wolperdinger Musi mit Rainer Burg, Technical Marketing Manager bei Bauer Spezialtiefbau. Das gemütliche Zusammensein bot Raum für persönliche Gespräche, neue Kontakte und vertiefte Diskussionen.
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